Auf einer Bank auf dem Braşover Altstadtmarkt sitzend kann ich in Ruhe die Tauben beobachten.
Natürlich befinden sich unter meinen Beobachtunsobjekten auch die vorbei laufenden Passanten. Gelegentlich kommt ein Rentner vorbei, um die Tauben zu füttern und damit das Gesetz der Natur “das nur der Stärkere überlebt” außer Kraft zu setzen. So manches Päarchen macht Fotos von sich in mitten der vielen Tauben.
Wie schon die vergangenen vier Jahre ärgere mich aufs Neue über den häßlichen Springbrunnen und die Blumenbeete aus sozialistischer Herrschaftszeit.
Der ganze Markt wird von der Diskomusik der Eislaufbahn beschalt. Jeder wird ungefragt dieser Pop-Musik ausgesetzt, so als würde einer für alle entscheiden.
Genau dabei fällt mir ein ältere Gedanke von vor einigen Jahren wieder ein. Damals bezeichnet ich ich Brasov als eine im Tal liegende und damit geschlossenen wirkende Stadt. Eine Stadt in einem Tal, wo man unter sich ist und selten über den Tellerrand hinaus schaut. Also genau das Gegenteil von dem was ich eigentlich als Stadt mir vorstellte.
Gerade läutet die Glocke der Schwarzen Kirchen 12 Uhr. Langsam wird es Zeit, das ich die Zeitung mit den Wohnungsanzeigen kurz durch schaue. Ich möchte mich über die Mietpreise hier in Braşov informieren. Den mein heutiger Besuch gilt einem Vorstellungstest und Gespräch.

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