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Ratgeber : Nächster Halt Sibiu, Ratgeber : Mon 2 Feb 2009 : ,

Der Umgang mit Schäferhunden in Rumänien

In meinem Artikel Von Pferdewagen und Schäferhunden hatte ich schon einiges über den Umgang mit Schäferhunde erzählt, jedoch möchte ich es hier noch einmal aber etwas konzentrierter und ausführlicher tun.
Hunde sind genauso wie Menschen keine Maschinen die auf Knopfdruck reagieren, sondern zu individuellen Handlungen neigen selbst wenn Wesen sich im groben beschreiben lässt. Dieser Artikel soll als Ratschlag dienen und darf auch nicht anders verstanden werden, den obwohl die Ratschläge in den meisten Fällen hilfreich sein werden gibt es den noch keine Garantie dafür!

Dieser Artikel bezieht sich nur auf Hirtenhunde und nicht auf diverse Hunde in den verschiedenen Siedlungsgebieten. Insbesondere Hunde die zur Bewachung von Objekten eingesetzt werden bzw. sich als Wachhunde “fühlen” reagieren anders als Schäferhunde.

Jede Reaktion verursacht eine Gegenreaktion. Also jede ängstliche, aggressive oder auch vielleicht zu schnelle Reaktion eines Menschen kann bei den Hunden eine mglw unvorhersehbare Gegenreaktion auslösen. Eine grimmiges, ängstliches oder freundliches Gesicht, der so genannte “Angstschweiß” oder die durch das Adrenalin veränderte-roboterartige Bewegung lässt auf die momentane Gemütsverfassung eines Menschen schließen und Tiere insbesondere Hunde erkennen/spüren dies.

Beim Antritt zur Wanderung in das freie Feld oder den Wald sollte man sich sehr früh nach einer Bewaffnung umsehen. Wenn das Gelände auf langer Sicht hin überschaubar ist kann dies natürlich später in der Nähe möglicher Gefahren geschehen.
Als Waffen können dienen Äste sowie auch Wanderstöcke. Stöcke ab etwa 1,5m Länge halte ich für geeignet, zumal diese Länge auch gut als Wanderstock nutzbar ist, und der Stöck sollte für den Notfall mehrere Schläge auf einen Hundekopf/Rücken aushalten können.
Wenn keine Äste oder mit gebrachte Wanderstöcke zur Verfügung stehen sollte man nach Steinen Ausschau halten. Ich selber suche immer nach Taubenei bis Hühnerein große Steine. Davon kann man einige auch versteckt in der Hand halten oder notfalls in den Hosentaschen verstauen.
Wenn auch nur rudimentär von Nutzen, sind mitgebracht Wasserflaschen im Notfall schnell zur Hand und stellen einen verlängerten Arme dar. Wenn möglich sollte man diese außen in den Taschen am Rucksack befestigen, so das diese mit einem Griff erreichbar ist.
Manch einer wird hier natürlich auf Pfefferspray schwören. Ich selber habe daran selber nie gedacht, auch wenn die Wirkung nicht zu verachten ist. Der Schäfhund ist schließlich die ganze Zeit im Dienst, und mit dem Pfefferspray würde man einen Hirtenhund kurzfristig arbeitsunfähig machen und die wirkliche Gefahr für eine Schafherde vergrößern.
Ein Blick auf den nächsten Baum oder Lichtmast zum hinauf klettern und in Sicherheit bringen gibt mir eine weitere Sicherheit wenn jegliche Bewaffnung fehlt.

Die Aufnahme der Bewaffnung geschieht aus zwei Gründen: erstens aus psychologischerr Sicht für den Menschen. Durch die zusätzliche Armverlängerung, die Aufwertung der eigenen Möglichkeiten, die gewonnene Schlagkraft fühlt sich eine Person sicherer. Die Person hat damit mehr Selbstbewusstsein und geht im allgemeinem ruhiger auf eine Bedrohung zu und wie oben erwähnt spüren dies Hunde.
Als den zweiten Grund möchte ich hier den erheblichen Mehraufwand für einen erst gemeinten Angriff einer Hundemeute aufzählen. Durch den bisherigen
Der Verteitigungsring um einen Person wird mit einem großen Ast erheblich vergrößert. Der Hund kann nicht einfach heran springen und zubeißen, sondern muß vorher diese Distanz überwinden und sich dabei der Gefahr aussetzen geschlagen zu werden.
Durch den Umgang mit Menschen wissen die Hunde zumeist was ein derber Schlag mit einem Stock oder einem Stein ausrichten kann. Die Angreifer müssen sich also auch selbst vor Verletzungen in Acht nehmen.

Bei einem Sichtkontakt mit einer Schafherde, deren Umgehung sich nicht vermeiden lässt bzw. wenn auch ohne Sichtkontakt die kläffenden Vierbeiner daher gerannt kommen sofort mit den Augen den Schäfer suchen. Sich so positionieren das der Hirte einen von weitem sehen kann, damit dieser die Möglichkeit hat seine Hunde zurück zurufen. Auf den Hirten zulaufen, bedeutet zwar oft eine zusätzliche Annäherung zu den Hunden, ermöglicht aber ein schnelleres Eingreifen des Obmanns bei einem Angriff der Hunde. Oft wird in dem Zusammenhang das Kommando “Sziba”(etwa wie Zieba ausgesprochen, wobei die harte Betonung auf der letzten Silbe liegen sollte!) verwendet um die Hunde zu beruhigen oder zurück zurufen. Man kann dieses Kommand natürlich auch selbst rufen, aber sich nicht auf einen Erfolg verlassen den schließlich sind Sie ja der Angreifer und nicht der Hirte!

Wenn das Hunderudel heran stürmt sollte man versuchen die Ruhe zu bewahren!. Ich hocke oder knie mich dabei hin und halte eine Hand zum beschnuppern hin. Meine Bewaffhung versuche ich im ersten Schritt nicht zu demonstrieren, sondern lege ich griffbereit auf den Boden vor meinen Füßen.
Den Rucksack kann man als zusätzlichen Schutz nach Hinten auf behalten oder zur Abwehr vor sich halten.
Für sich zur Beruhigung und den Hunde zur Anlockung kann man etwas sprechen oder rufen. Meinet wegen das selbe was sie ihrer Katze oder Hund zurufen würden wenn er herkommen soll um sich streicheln zu lassen.
Bleiben sie in der niedrigen Stellung, den dadurch wird ihr scheinbares Angriffspotenzial geschmälert. Sie erscheinen den Hunden in dieser Stellung -also auf Augenhöhe nicht mehr als der riesen Angreifer den sie vorher darstellten bzw. zeigen dadurch so gar eine Geste der Untergegebenheit.
Halten sie die eine Hande den Hunden hin damit diese daran schnuppern können und sprechen sie dabei etwas. Wenn sie Handschuhe anhaben, ziehen sie einen davon aus. Mit der anderen Hand halten die den Stock am Boden fest um schnell reagieren zu können, aber das es so aussieht als müssten sie sich abstützen.
Es kann sein das die Hunde eine Zeitlang laut bellend und Zähne fletschend vor ihnen hin und her laufen und immer wieder der Hand kurz näher kommen. Wenn der erste Hund kurz an ihrer Hand schnuppern konnte, werden die anderen oft folgen und vielleicht sogar ihre Hand ablecken. Wenn es zu dieser friedlichen Annäherung gekommen ist wird das bellen innerhalb von Sekunden verklingen. Von nun an können sie die Hunde streicheln und oft werden sich diese als liebes-hungrige Kuscheltiere erweisen. Die Gefahr sollte nun gebannt sein, jedoch achten sie darauf wie die verschiedenen Hunde auf das streicheln reagieren. Es gibt Hirtenhunde die sich nicht auf dem Rücken streicheln lassen und darauf leicht aggressiv reagieren können!

Sollte der Angriff andauern nehmen sie ihre Bewaffnung demonstrativ in die Hand und halten sie diese Sichtbar hoch. Schwenken sie mit einem festen Handgriff die Waffe langsam bzw, in dem Tempo wie die Hunde versuchen anzugreiffen um sich, um den Abstand zu vergrößern. Die Hunde werden zuerst versuchen ihre Extremitäten wie die Füße, Beine oder die Arme und ihre Hände mit den Zähnen zu fassen. Darum halten sie diese möglichst nah am Körper oder ständig in Bewegung.
Rufen sie nach dem Hirten! Er muß ihre Sprache nicht verstehen, nur wissen das sie sich in Gefahr befinden.
Wenn sie Steine gesammelt haben, benutzen sie diese!. Den ersten werfen sie nur als leichte Drohung in die Richtung ohne wirklich zu zielen. Bei weiteren Drohungen testen sie ihre Wurfkünste! Sollte sie keine Steine zur Hand haben, bücken sie sich mit der Hand als würde sie einen aufsammeln und führen sie einen scheinbaren gezielten Wurf durch. Manchmal schreckt allein diese Geste die Hunde ab.

Mancher wird bei diesem Szenario daran denken sein mitgebrachtes Brot/Sandwiche zu opfern. Ja dieser Gedanke ist mir auch einige mal durch den Kopf gestiegen. Aber es ist ihr Brot und nach dem durch den Angriff verursachten Schock werden sie eventuelle selber später noch etwas zu Essen brauchen! Also geben sie nicht ihre ganzen Vorräte hin, wenn sie dies wirklich opfern wollen. Und womöglich müssen sie damit später noch den Bären füttern der sie angreifen möchte! Icon Wink in Der Umgang mit Schäferhunden in Rumänien

Sollte sie in einer Gruppe unterwegst sein und die Hunde auf sich zu rennen sehen, suchen sie den Schulterschluss nach rechts und links, bzw. bilder sie einen Kreis und stellen und hocken sich Rücken an Rücken hin. Wie sie es aus diversen Naturfilmen kennen, lassen sie die Kinder zum Schutz in ihre Mitte!
Jeder soll eine Hand den Hunden hinhalten und zugleich die Waffe griffbereit halten, wie ich es weiter vorn beschrieb. Eine Person aus der Gruppe soll ein bis zwei Schritte vortretten und die Anfreundung mit den Hunden einleiten. Und bei misslingen dieses Vorhabens wieder in die Gruppe zurück treten.

Bei Karpatenwilli gibt es ebenfalls eine kurze Einführung: Hirtenhunde & Hundeknigge



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