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Wanderung : Fotos, Nächster Halt Sibiu : Sun 19 Oct 2008 : ,

Herbstimpressionen aus Fântânele, Museum und Bärenspuren (18.10.2008)

Als ich auf die Schnelle am Sonntagmorgen den Plan für die Wanderung entwarf hatte ich vor, bis zum Abend mindestens 10 bis 12 km zurückzulegen.  Jedoch waren es dann wohl nicht mehr als 6km, selbst wenn uns das als viel mehr vorgekommen ist. 
Mit dem Zug fuhren wir von Sibiu nach Sibiel in die Mărginimea Sibiului, einem Gebiet südwestlich von Sibiu. Ich konnte mich noch daran erinnern, dass sich in dem kleinen Dorf Fântânele, nahe des Haltepunktes, ein Museum befinden sollte. (Irrtümlicherweise nicht das Ikonen-Museum wie im nahen Sibiel).
Fântânele, ein kleines ruhiges Dorf mit etwa 220 Höfen, liegt in einem kleinen Tal. Im Gegensatz zur Zahl der Höfe gibt es allerdings nur noch etwa 150 ständige Einwohner. So jedenfalls schätzte eine Frau aus dem Dorf die Lage ein. Dennoch stünden nur wenige Häuser leer. Ihre Besitzer kämen an den Wochenenden heraus aufs Land. Ihre Vorliebe für die Häuser aus Fântânele ist leicht nachvollziehbar. Wenn man durch das Dorf geht, würde man am liebsten jeden zweiten Hof kaufen.
Ohne alt zu wirken sind einige Häuser bzw. die dazugehörigen Wirtschaftsgebäude immer noch aus Holz und  befinden sich in einem sehr guten Zustand. Daher gab ich Fântânele den Beinamen “Museumsdorf”. Die Strassen im Ort sind sehr verwinkelt und die Berge mit den Wäldern sind zum Greifen nahe.
Das Museum im Dorf war leider nicht das erhoffte Ikonen-Museum. Jedoch bietet es einen guten Einstieg, um mit Personen aus dem Dorf ins Gespräch zu kommen. Um das Museum zu besuchen muss vorher am Tor geläutet werden. Dann ertönt aus einem Haus in der Nähe der Ruf bzw. die Frage “Cineva la muzeu!/?”
In einem Haus, aufgeteilt auf zwei Räume, befindet sich das Museum für Ethnografie und kirchliche Kunst. Das Museumsinventar besteht vollkommen aus privaten Spenden. Einige davon sind auf den Fotos zu sehen.

Nach einem etwas ungenauen Studium der Landkarte suchten wir einen Weg in die Berge – welcher sich am Ende jedoch als der Falsche herausstellen sollte und ich die Marschrichtung so in die falsche Richtung lenkte. Doch dafür erlebten wir auch gewissermaßen naturkundliche Überraschungen. Keine 100 m nach dem letzten Haus stießen wir auf die Spuren eines Bären. Da es am Vortag noch geregnet hatte, konnten die Spuren nur aus der vorangegangen Nacht sein.
Nur zwei Minuten nach Entdeckung der Bärenspuren fanden wir auf dem Weg insgesamt 5 Feuersalamander. Bisher kannte ich diese Gesellen nur aus dem Buch, und war daher über deren Grösse überrascht. Seltsamerweise befanden sich alle 5 Tiere auf dem Weg zu ihren Unterschlüpfen -daraus könnte man auf eine Flucht vor uns schliessen – tja :-).

Einige Zeit später erreichten wird eine etwa 150m über dem Dorf gelegene Lichtung. Von dort aus hatte wir einen herrlichen Ausblick auf  Ortschaften wie Sibiel und Salişte, aber auch auf weiter südlich gelegene Berge, mit deren kahlen Bergkuppen und kleinen Höfen bzw. Scheunen darauf. Ich hatte schon immer davon geträumt, eines Tages zu so einem Gehöft hinauf zu steigen, aber bis jetzt war mir dies verwehrt. Obwohl wir den Versuch unternahmen, einem dieser Hügel näher zu kommen, blieb dieser Wunsch weiterhin unerfüllt. Aufgrund gewisser Irrtümer verfehlten wir den Weg/Richtung erheblich und gelangten nur wieder in das Dorf zurück. Aber nach dem heutigen Studium der Landkarte war es gut so, dass wir den Weg nicht fanden. Es gab von dort aus keinen – und wir hätten in der dunklen und kalten Nacht zurück finden müssen.



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