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Stadtbesichtigung : Fotos, Nächster Halt Sibiu : Tue 22 Apr 2008 :

Kleine Stadtführung durch Sibiu, Teil 2

Entlang der Stadtmauer zur evangelischen Stadtpfarrkirche;

Entlang der Strada Poştei, einer Querstraße zur Strada Mitropoliei, kommen wir zum nördlichem Teil der der teilweise erhalten Stadtmauer. Die Stadtmauer, an dieser Stelle wohl aus dem 15. Jahrhundert, trennt(e) die Unter- von der befestigten Oberstadt.
Hermannstadt wurde zwischen dem Überfall der Tataren im Jahre 1241 und dem 16. Jahrhundert wegen der steigenden Bevölkerung viermal erweitert und befestigt. Im Jahr 1699 besaß Hermannstadt 39 Wehrtürme. Durch die enorm gute Befestigung konnte die Stadt im Gegensatz zu den anderen Städten in Siebenbürgen trotz zahlreicher Überfälle nie militärisch eingenommen werden.

Etwa ein viertel dieser Türme existiert heute noch. So auch die nächste Station, der Torturm. Durch das Tor mit dem Tonnengewölbe war hier früher der Zugang zur Stadt möglich. Das Tor gehörte zum dritten Befestigungsring.
Während früher das Tor durch Holztore oder Fallgitter blockiert wurde, wird dies heute von Autos getan. In der Gegenwart wird die Fläche auf beiden Seiten des Tores als Parkplatz verwendet.

Weiter führt uns der Weg auf dem Hof des Brukenthal-Lyzeums und dem Piata Huet (dt. Huet-Platz).
Die Lage der Häuser am Rand des Huet-Platzes

zeigt heute noch die Lage des ersten Befestigungsringes an. Wie vorher schon erwähnt war die Stadt stets so gut befestigt, dass diese nie mit militärischer Gewalt eingenommen wurde. Aber wegen des stetigen Bevölkerungswachstums wurden die befestigten Mauern dreimal erweitert bzw umgesetzt und der Ring vergrößert.

Dominiert wird dieser Platz von zwei großen Gebäuden: zum einem von der evangelische Stadtpfarrkirche und zum anderen begrenzt das Brukenthal Lyzeum diesen nach Westen hin. Aus dem Jahre 1380 stammt die erste Erwähnung einer Schule neben der damals noch katholischen Kirche. Das heutige Gebäude stammt aber aus dem Jahre 1786. Aber seit je her wird hier der Unterricht in deutscher Sprache gehalten. Heute kommen nur noch die wenigsten Schüler aus siebenbürgischem bzw. deutschem Elternhause.

Auf dem Hof vor dem Brukenthal Lyzeum befindet sich die Statue von Bischof Georg Daniel Teutsch.
Das von Adolf von Donndorf erschaffene Bronze-Denkmal wurde 1899 errichtet.
Der Lehrer und Pfarrer wurde 1817 im damaligen Schäßburg (rum. Sighişoara) geboren und starb 1893 in Hermannstadt. Stets war Teutsch um Reformen bemüht, anfangs im Schulwesen und später innerhalb der lutherischen Kirche in Siebenbürgen. Innerhalb der Kirche führte er einige Neuerungen ein, die zur Stärkung des Gemeindelebens führten. Wegen des aufkommenden ungarischen Staatsnationalismus versuchte er die deutsche Sprache mehr in der evangelischen Kirche zu integrieren. 1864 wurde Teutsch zum Bischof gewählt. Er unterhielt viele Kontakt besonders ins evangelische Deutschland. Neben der Geschichte der Siebenbürger Sachsen (1852 – 1858) gibt es viele weiter geschichtlicher Schriften aus der Feder Georg Daniel Teutschs.

Die evangelische Stadtpfarrkirche

wurde in der Mitte des XIV. Jahrhunderts (neu) erbaut. Vorher befand sich hier eine romanische Basilika. Die ersten Aufzeichnungen sind von 1371 und enthalten Aussagen über ein Teil der Sakristei und dem Chorraum. Die letzte größere Verändert erfolgte im Jahre 1520. Seitdem wurde die Kirche praktisch nicht mehr verändert.
Der 73,34 m hohe Turm ist der höchste Turm in Siebenbürgen. Von dort oben hat man einen fantastischen Ausblick auf die Karpaten und das Cindrelgebirge. Besonders schon ist die Fernsicht, wenn in den Wintermonaten auf den Bergkämmen- und Spitzen Schnee liegt.
Jeden Sonntag 10Uhr findet hier der Gottesdienst auf Deutsch statt.

Auf der anderen Seite des Platzes befindet sich das Sagtor und das evangelische Stadtpfarrhaus. Das Sagtor, in dessen oberen Teil sich heute eine Herberge für Wandergesellen (rum. Casa Calfelor) befindet, erstreckt sich über 4 Stockwerke. Er gehört zu den ältesten Bauwerken von Hermannstadt, und war Teil des ersten Befestigungsring aus dem 13.Jahrhundert um die Kirche. Durch die Schneiderzunft bewacht, verband das Sagtor die befestigte Oberstadt mit den Wohnhäusern in der unbefestigten Unterstadt.

Demnächst: Teil 3 – “Der Kleine Ring und die Lügenbrücke”.

(Quellenangaben erfolgen im letzten Teil dieser Kleinen Stadtführung (Teil 6))



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3 Responses to “Kleine Stadtführung durch Sibiu, Teil 2”




  1. Kleine Stadtführung durch Sibiu, Teil 1 » Fotos, Nächster Halt Sibiu » Says:

    [...] Teil 2, – “Entlang der Stadtmauer zur evangelischen Stadtpfarrkirche”. orthodoxe Kathedrale in Sibiu orthodoxe Kathedrale orthodoxe [...]

  2. nächster Halt Sibiu Says:

    Kleine Stadtführung durch Sibiu, Teil 3…

    “Der Kleine Ring und die Lügenbrücke”
    Station drei – der Piaţa Mică (dt. Kleiner Ring)- dieser Tour ist nur wenige Schritte entfernt. Die Häuser welche die beiden Plätze trennen, befinden sich auf den alten Mauern der ersten Befestigungsma…

  3. Kleine Stadtführung durch Sibiu, Teil 4 » Fotos, Nächster Halt Sibiu » Says:

    [...] Entlang der Stadtmauer zur evangelischen Stadtpfarrkirche [...]

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