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Drei Jahre erlebtes Bukarest

Vielleicht gehöre ich zu den Menschen, welche sich schnell an “bestimmte Zustände” gewöhnen. Mir war in etwa bewusst, was mich erwartete, oder ich war zu beeindruckt von meinem “duften” Wohnviertel, von den vielen kleinen und größeren Parks mit ihren Spielplätzen und Sitzgelegenheiten zum Verweilen. In meiner Neugierde hatte ich die vielen alten, oft als Villen zu bezeichnenden Häuser hinter den Blöcken entdeckt.

Am Wochenende erscheint die Hauptstadt halb verlassen. Entweder die Leute schließen sich der Stadtflucht an oder suchen die Parks auf. Von Freitag Mittag an bis in den späten Abend hinein schieben sich Autokolonnen in allen Richtungen aus der Stadt. Besonders nach Norden hin ist dies gut zu beobachten. Umgekehrt füllt sich so von Sonntag Abend bis Mitternacht die Stadt wieder mit Menschen.  in Drei Jahre erlebtes Bukarest Und wer die Stadt nicht verlassen kann oder möchte ist mit großer Sicherheit in einem Park zu finden. Oft gibt es besonders bei Sonnenschein auf den zahlreichen Bänken keinen freien Sitzplatz. Bis Ende 2006 war es verboten, die Rasenflächen in den Parks als Sitzflächen zu gebrauchen.

Wer in Bukarest nur mit der Straßenbahn, U-Bahn oder dem Auto auf den Hauptstraßen unterwegs ist, wird sie nur selten zu Gesicht bekommen: jene vorher schon erwähnten kleinen Villen. Hinter den Wohnblöcken sind sie oft nur durch kleine Nebenstraßen erreichbar – abseits des Hauptverkehrs gelegene, kleine, schöne Häuser. Von der genauen Bebauung in den letzten 100 Jahren in Bukarest kann ich fast nichts berichten. So schätzte ich das Alter dieser aus einer anderen Zeit stammenden Gebäude auf 70 – 90 Jahre. Stadtteilweise sind diese vor einiger Zeit den Wohnblöcken gewichen. Diese zwischenstehenden Gebäude bilden eine Abwechslung zu den grauen Blöcken. Wegen mangelnder Pflege oder Wertschätzung sind dieses Häuser inzwischen auch oft grau und verfallen nach und nach. Nur selten konnte ich einer genauen Instandsetzung zusehen. Wie einmal der seltene Anblick als sogar das Stuckwerk erneuert wurde.
Nochmal kurz zurück zu meinem “duften” Wohnviertel – dem Cartier Floreasca. Es ist ausnahmsweise ein fast zusammenhängendes Gebiet solcher Villen. Früher hat hier die Elite des rumänischen Regierungsapparats gewohnt. Eines Tages bekomme ich sogar den ehemals stellvertretenden Chef der berüchtigten Securitate zu Gesicht. Mit Verachtung wurde ich auf ihn hingewiesen.



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2 Responses to “Drei Jahre erlebtes Bukarest”




  1. Toni Says:

    leider war ich auch nur ein Fisch, nein ein Nomade in diesem Schwimmbecken!

    Ich liebe diese, noch vor Moskau unwirklichste Stadt die ich in meinem Leben kennenlernen durfte so sehr!

    Wer weiß ob ich in diese Stadt zurückkehren werde um das Schwimmbecken zu verlassen…ein Traum ist es auf jeden Fall!

    Toller Bericht über diese tolle Stadt mit seinen tollen Menschen!

  2. Mihai Says:

    Hallo Markus

    Ich finde Du hast Bukarest sehr treffend beschrieben. Ich verstehe nicht wie man es da so lange aushalten kann ohne auch agressiv und frustriert zu werden.

    Lese gerne in Deinem Blog. Mach bitte weiter.

    Mihai

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