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Drei Jahre erlebtes Bukarest

Entgegen dem, was der Titel vielleicht vermuten lässt, soll dies kein Rückblick über mein Leben und meine Arbeit in Bukarest/Bucuresti werden. Es soll eine Zusammenfassung der über die Jahre hinweg gesammelten Eindrücke und Gedanken über diese sonderbare Stadt darstellen.
Die gelegentliche Frage zu meiner Meinung über Bukarest, ist der Grund für die folgenden Zeilen.

Bevor mich meine Wege nach Bukarest zogen, hatte ich stets nur negative Aussagen über diese Stadt vernommen. So war ich anfangs über die Wahl Bukarest nicht besonders erfreut, da es mich nach Siebenbürgen zog. Ich nahm mir also vor, die Ohren zuzuhalten und mir eine eigene Meinung über diese Stadt zu bilden.
Es gab Zeiten, in denen ich etwas von/über Bukarest frustriert war. Jedoch nur kurzzeitig und meiner Haltung zu Bukarest sollte nie dieser negative Grundton vieler anderer Beschreibungen anhaften. Und auch nach drei Jahren Aufenthalt sollte sich meine Meinung nicht groß ändern.

Zu Beginn wurde ich von meiner damaligen Chefin und einem Kollegen in Brasov/Kronstadt aufgelesen und in Bukarest gleich bis vor die Haustür gefahren. Meine Herberge und Arbeitsstätte für die nächsten drei Jahre lag in einer ruhigen und sauberen Wohngegend. Im Laufe der Jahre sollte mich noch so mancher Rumäne darum beneiden.
Gleich am ersten Abend ging ich zu Fuß auf Erkundungstour durch das Stadtzentrum. Im Laufe der Zeit habe ich so manche größere Distanz in Bukarest zu Fuß zurückgelegt. Anfangs war ich enttäuscht, dass in dieser großen Stadt die öffentlichen Verkehrsmittel nach 23:15 Uhr nicht mehr fahren. So verweigerte ich mich diesem Luxus und benutzte in den ersten vier Monaten nur in Notfällen die U-Bahn/Metro. Später sollten mich meine Wege mit dem Auto genau in jene Viertel führen, welche ich durch Fußmärsche schon kannte.
Zwar kamen mir die ganzen negativen Erzählungen in den Sinn und ich konnte manche auch als “wahr” verbuchen, diese Meinungen aber nicht grundsätzlich teilen.

In der Zeit vor meiner Abreise nach Bukarest ging es in den Schilderungen oft um die grauen Häuser, die großen Blocksiedlungen und die engen Straßen. In den folgenden Jahren fügten sich dem die Beschwerden über die gestiegene Anzahl der Autos, dem damit verbundenen Lärm und die schlechte Luft hinzu. Die Menschen seien unfreundlich und leben in einer dreckigen Stadt.



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2 Responses to “Drei Jahre erlebtes Bukarest”




  1. Toni Says:

    leider war ich auch nur ein Fisch, nein ein Nomade in diesem Schwimmbecken!

    Ich liebe diese, noch vor Moskau unwirklichste Stadt die ich in meinem Leben kennenlernen durfte so sehr!

    Wer weiß ob ich in diese Stadt zurückkehren werde um das Schwimmbecken zu verlassen…ein Traum ist es auf jeden Fall!

    Toller Bericht über diese tolle Stadt mit seinen tollen Menschen!

  2. Mihai Says:

    Hallo Markus

    Ich finde Du hast Bukarest sehr treffend beschrieben. Ich verstehe nicht wie man es da so lange aushalten kann ohne auch agressiv und frustriert zu werden.

    Lese gerne in Deinem Blog. Mach bitte weiter.

    Mihai

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