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Wanderung : Nächster Halt Sibiu : Tue 5 Feb 2008 : ,

Wanderung von Şeica Mara nach Buia, Şalcau und Vurpăr am 30.Januar 2008

Zu dritt fuhren wir 7:30 Uhr mit dem Zug von Sibiu (dt.:Hermannstadt, ung.:Nagyszeben) nach Şeica Mare (dt.:Großschelken,ung.:Nagyselyk). Es folgte ein 17 km langer Fußmarsch über die Dörfer Boarta, Buia (dt.:Bell, ung.: Bolya) nach Şalcau (dt.:Schalkenberg, ung.:Salko). Dann über Wiesen und durch verschneite Wälder nach Vurpăr (dt.:Burgberg, ung.:Vurpod ). An der Tramperstelle in Vurpar verbrachten wir etwa 45 Minuten, ehe uns jemand zurück nach Sibiu nahm. Am Ende schätzen wir die zurückgelegte Wegstrecke auf 23-25km.

Auf der Straße zwischen Boarta und Buia kam uns ein Auto entgegen. Der Fahrer des Krankenwagens bremste, kurbelte das Fenster runter und wollte wissen ob wir Deutsch sprechen. Trotz Bejahung sprach er auf Rumänisch weiter. Weiter vorn, sitzen am Straßenrand 2 große Hunde. Mit etwas großem, wie Äste sollten wir uns bewaffnen
Äste nahmen wir zwar an uns, später erwiesen sich diese doch als unnötig. Es waren zu einer Schafherde gehörende Hunde. Um den Hals an einem Seil hang bei den beiden ein etwa 20-30cm langer Stab. Der soll das schnelle weglaufen und verfolgen von anderen Tieren verhindern, in dem der Stab beim laufen stört und im Gestrüpp hängen bleibt. Der erste Hunde bellte zwar von weitem, als sei es sein Job, versteckte sich dann aber hinter einem Baum und kam hervor als wir vorüber waren. Der zweite Hunde, sein Kollege ebenfalls ein Wollknäuel in Schäferhundegröße, aber in grau gestrickt lag etwas weiter weg neben einem Baum. Er schaute kurz auf, blieb aber weiterhin stumm dort liegen.

Zum Dorf Şalcau laufend, erblickt man zuerst den Friedhof auf der linken Seite, auf einem kleinen Platou etwas oberhalb.
Im Dorf laufen wie auf Befehl mit einem mal Leute durch die Straßen und schauen nach uns. Besuch gibt es nur selten.
Wir befragen zwei Personen nach der Einwohnerzahl. Wir bekommen auch zwei Antworten: 30 und 180. Wir schlussfolgern daraus das heute 30 Personen noch hier leben. Früher es aber 180 Einwohner gab. Von den 30 Personen sind acht davon Grundschulkinder. Viele der Einwohner seinen in die umliegenden Städte gezogen. Im Sommer kommen sie manchmal aufs Dorf. Darum sind auch bei vielen Häuser die Rollläden herunter gelassen. Ich nenne diese weg-gezogenen Personen Scherzhafterweise “Sommer-Rumänen”.
Haustiere wie Hunde, Hühner oder Schafe geben Lebenszeichen von sich, verborgen hinter Zäunen, man kann auch sie, scheinbar an den Fingern abzählen.

Die nächsten 1,5 Stunden, welche uns wie 3 Stunden vorkommen, geht es durch verschneite Wälder und Wiesen, hoch und wieder Bergab. 1,5 Stunden in denen wir Thumbs 2008 01 30 Vurpar Wanderung 38 in Wanderung von Şeica Mara nach Buia, Şalcau und Vurpăr am 30.Januar 2008keine Menschenseele antreffen, dafür lauter Spuren. Pferdewagen, Spuren von Schafherden, deren Schäfer und Hunde. Von Zeit zu Zeit tauchen alte und noch im Benutzung zu scheinende Stânas auf. Zu einer Stâna gehört ein Abstell- bzw. Unterstellplatz für Schafe – also ein Gatter oder kleiner Stall. Ein kleiner Schuppen für Gerätschaften wie Milchkannen und eine Schlafstelle für den Schäfer. Oft sieht man aber auch nur sonderbarer Holzkästen auf den Wiesen stehen. Diese Feldbetten sind etwa Schulterhoch, und die Beschreibung: Bett mit Wände und einem Dach ist sehr treffend. Sehr oft liegen dort Schaffelle und Decken drin.

Im Dorf Şalcau, hatte uns eine ältere Dame eine Wegbeschreibung mit auf dem Weg gegeben. Nur sehr grob konnten wir uns danach richten. Schon am Dorfausgang mühte uns der zerfurchte Hang eine Entscheidung nach der anderen ab, wo es weiter gehen sollte. Immer in Richtung der Sonne bzw. nach dem Kompass in die Richtung welche wir als Süden bezeichnen. Nach 30min bergauf laufens fanden wir uns auf dem scheinbar höchsten “Hügel” der Umgebung wieder. So etwa 650h Hoch. Bis auf frische Spuren im Schnee und einer im Moment verlassenen Stâna gab es weiter und breit kein Lebenszeichen. Kein Kirchturm, keine Stromleitungen zeigten sich uns. Dafür hatten wir einen großartigen Ausblick auf die Fagaraser Karpaten mit ihren 2500m hohen und Schnee bedeckten Gipfeln. Etwas weiter im Westen das Alttal und noch weiter westlich, glitzern uns vereiste Schneefelder im Cindrelgebirge entgegen.

In Buia ist der ungarischer Mathematiker Farkas Wolfgang Bolyai geboren (* 9. Februar 1775 in Buia; † 20. November 1856).
Und von seinem Sohn János Bolyai (* 15. Dezember 1802 in Klausenburg; † 17. Januar 1860 in Neumarkt am Mieresch) steht eine Statue in Buia.

http://de.wikipedia.org/wiki/János_Bolyai
http://de.wikipedia.org/wiki/Farkas_Wolfgang_Bolyai



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