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Dampflokomotive : Fotos, Nächster Halt Sibiu : Mon 22 Oct 2007 : , , , ,

Mit Dampf dem Wassertal hinauf

“Abfahrt 8:30Uhr” steht mit Kreide geschrieben auf der kleinen Tafel am Bahnhofsgebäude in Viseu de Sus. 8:20Uhr erreichen wir den Bahnhof mit dem Auto, natürlich nicht ganz übereinstimmend mit unseren Planungen vom Vortag. Vor dem Bahnwärterhaus der Schmalspurbahn warten schon über 40 Reisende. Noch ist der Zug nicht eingefahren, so bleibt uns noch genügend Zeit, in Ruhe die Fahrkarte zu erwerben, einen Kaffee zu trinken und kurz in das Haus “Elefant” hineinzuschauen.  in Mit Dampf dem Wassertal hinaufMichael Schneeberger, der Präsident des Vereins Wassertalbahn/Rumänien, hat das Haus des letzten in Viseu de Sus lebenden Juden umsetzen und auf dem Bahnhofsgelände neu aufbauen lassen. Treffend zum Familiennamen des Juden “Elefant” trägt nun auch das Haus diesen Namen. Es ist recht kühl und über dem Tal ziehen Wolken hinweg und machen so die Hoffnung auf Sonnenschein und wärmere Temperaturen zunichte. Jedoch hat das Warten in der Kälte nach kurzer Zeit ein Ende, da die Dampflok mit 3 Personenwagen einfährt. Bis zum Einsteigen vergeht noch etwas Zeit, da vorher noch die Reihenfolge der Waggons durch Rangieren geändert wird. Vor den Augen des Publikums fährt die Dampflok mit den Waggons einige Male recht zügig hin und her. Ebenso zügig sind auch die Plätze in den 3 Waggons besetzt und die Bahn setzt sich mit einem fast umwerfenden Ruck in Bewegung.
Karte
Bis der Bahnhof hinter uns liegt hat der Lokomotivführer die Bahn einmal angehalten, zurückgesetzt, um einen mit Holz beladenden Wagen anzukoppeln und 50m später noch mal angehalten. Neben einer alten Dame “springen” bei diesem erneuten Stopp auch andere Einheimische auf. Nach 5min verringert sich unser Tempo und die Wassertalbahn hält an, jedoch nur kurz, um den Waggon mit dem Holz zurück zu lassen. Geschätzt nach 3km hält der Zug erneut und zusätzlich zur alten Dame steigen mit ihr auch die restlichen Touristen aus. Nicht um irgend etwas fotografieren zu können hält der Zug, sondern um die Meute auf den letzten Laden bis zur Endstation einstürmen zulassen. Nicht jeder hat sich vorher für eine 3-4stündige Fahrt ausreichend mit Getränken und Essen eingedeckt.  in Mit Dampf dem Wassertal hinaufBis sich der kleine Zug eine halbe Stunde später wieder in Bewegung setzt, bleibt noch etwas Zeit um die kleine Siedlung etwas näher in Augenschein zu nehmen oder die Gleise näher zu betrachten. Auf starken Holzbohlen sind die Schienen mit großen Nägeln eingeklemmt, so dass die Schienen oder Holzbohlen im Eiltempo gewechselt und neu verlegt werden können. Das ganze erinnert etwas an eine Spielzeug- bzw. Parkeisenbahn. Langsam zeigt sich auch öfters die Sonne auf den gegenüberliegenden Berghängen und es wird noch einiges an Fahrstrecke zurückgelegt werden müssen bis sie auch das Tal erreichen wird. Nach 15km folgt der nächste Halt am Haus des Försters. Diesen bekommt jedoch heute keiner zu Gesicht. Nur die Pilze, welche der Zugführer in seinem Hut von Weitem anbringt, und schon geht die Fahrt weiter. Obwohl die letzten größeren Häusersiedlungen schon längst zurück liegen, tauchen hin und wieder einzelne Häuser auf, die sich oft an den Holzlagerplätzen befinden. In diesen Häusern wohnen die Woche über die Waldarbeiter, welche über das Wochenende mit der Wassertalbahn zurück nach Hause fahren.



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2 Responses to “Mit Dampf dem Wassertal hinauf”




  1. Webnews.de Says:

    Mit Dampf dem Wassertal hinauf…

    “Abfahrt 8:30Uhr” steht mit Kreide geschrieben auf der kleinen Tafel am Bahnhofsgebäude in Vise…

  2. Samuel Says:

    Servus Markus,

    super Artikel mit echt tollen Bildern!

    Gruß Samuel

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