the_titl
Muntii Fágáraş : Fotos, Neues aus Bukarest : Sat 18 Aug 2007 : , , ,

Heute leider nicht zum Moldoveanu

Schon oft war es angedacht, oft gab es konkrete Pläne aber bisher wurde nie etwas daraus. Es geht um die die Besteigung des höchsten Berges Rumäniens. Mit 2544m ist der Moldoveanu eher ein Zwerg unter den Bergen und auch recht leicht zu besteigen. Wer sehr zeitig am Morgen startet könnte am Abend wieder zurück am Fuße der Karpaten stehen. Aber das wäre eine sehr stressige Tour.
Entgegen sonstigen Gewohnheiten waren die Planungen für die Wanderung nicht von mir. Und irgend wie war ich auch überhaupt nicht vorbereitet. zB. sonst schaue ich 3mal in den Atlas wo es hin gehen soll, diese mal nicht einmal. So hätte wir vielleicht unser Wochenendziel erreicht. Glück hatte ich auch mit dem Zelt welches ich ausleihen durfte, schließlich regnete es beide Nächte recht stark.

Los ging es am Freitag Nachmittag vom Kloster Sâmbata. Vorher hatten wir uns natürlich das Kloster Thumbs PICT3057 in Heute leider nicht zum Moldoveanu auch etwas näher angeschaut. Unsere Wasservorräte aufgefüllt und beim Picknick beobachten können wie Bukarester ihre Katze spazieren führen. Gerüstet mit Zelt, Schlafsack und allerlei scheinbar unendlich schwerer Vorräten traten wir die Tour zur Cabana Sambata an. Jedoch eine Wanderkarte fehle uns, der Versuch bei den Trödelmärkten am Kloster eine zu kaufen scheiterte. Icon Sad in Heute leider nicht zum Moldoveanu
Etwa eine halbe Stunde lang liefen wir auf einem Waldsweg welche für Autos ist entlang. Auch etwa so lang konnten wir am Wegsrand auch Zelte bzw. Feuerstellen beobachten. Wir wurden auch die erste Zeit dauern von Autos überholt was recht stressig war. Schließlich läuft man auf so einem Weg nicht hinter einander her, sondern verteilt auf der ganzen Straßenseite. Später dann über Stock und Stein konnte man nur noch hinter einander her laufen. Einigen Wandergruppen kamen aus den Bergen von oben uns entgegen. Der Weg führte über einige Brücken, war aber recht einfach zu bewältigen. Aber als sich die Zeichen für eine baldige Ankunft auf 1400m bei der Cabana Sâmbata mehrten wurden die Kraxen sehr schnell noch schwerer als sie wirklich waren. Icon Wink in Heute leider nicht zum Moldoveanu
Thumbs 2007 08 10 Sambata 44 in Heute leider nicht zum Moldoveanu Die große Wiese neben der Cabana war recht steinig und uneben. Und doch fanden wir einen Platzt groß genug für beide Zelte. Etwas verstreut über den Hang sah man noch 5-6 weitere Zelte. Auch wurde uns schnell klar das wir nicht die einzigen Deutschsprachigen hier oben waren. Verteilt über den Samstag und Sonntag sollten Weitere komme und gehen. Schnell wurde das eine Zelte auf gebaut und das Wasser für den Tee aufgesetzt. Bis mein geliehenes Zelt stand verging noch eine Weile, es war für das Zelt das “erste Mal” in freier Natur und die Anleitung in Textform war etwas gewöhnungsbedürftig. Später wollten wir noch ein Feuer entzünden welches jedoch der starke Wind verhinderte. Etwa zur gleichen Zeit vernahmen wir das erste Donnern und Blitzen über dem Bergkamm. Es wurde schnell dunkel und so flüchteten wir in die Zelte. Bis das Gewitter aber über uns war verging noch sehr viel Zeit. Später während es heftig schüttete und blitze konnten wir aus der Cabana undeutliche Gesänge vernehmen. Am nächsten Abend sollten wir auch dabei sein.
Das andere Zelt mit dem Alter etwas löchrig geworden hatte sich zur Wasserauffangstation entwickelt. Wir hatte geplant 8Uhr am Morgen uns auf die Socken zum Moldoveanu zu machen. Statt dessen versuchten meine 3 Begleiterinnen ihre Schlafsäcke zu trocknen. Ihre anderen Sachen waren bei mir im Zelt sicher vorm Regen. Wohl etwas nach 9Uhr ging es los. Eine halbe Stunde später über Geröllfelder, Bach und Wiesen fanden wir einen Wegweise an dem unsere ganze Tagesplanung scheiterte. Jedoch wurde uns das erst 1-2 Stunden später bewusst. Etwas blauäugig hatte wir natürlich auf deutliche Hinweise gehofft wie “hier gehts zum Moldoveanu” oder “Moldoveanu 5H”. Wir hatten von einem etwa 5-stündigen Marsch bis zur Spitze gehört. Mehr wussten wird nicht -so ist das ohne Karte und fragen. So wählten wir aus den 4 dargeboten Richtungen jene welche am ehesten der Himmelsrichtung zum Berg Moldoveanu entsprach. Naja vielleicht hätten wir uns einige Gedanken über das deutsch klingende Wort “Kamm” machen sollen.
Unser eingeschlagener Weg führte uns schon am Anfang recht steil dem Berg hinauf. Vorbei an einem Wasserfall und stellenweise war der Weg nur auf allen vieren zu bewältigen. Am Wegesrand entdeckten wir erst Himbeeren und später Schwarzbeeren/Heidelbeeren. Während der ersten größeren Rast sahen wir auf unserem Weg nach oben einen Herde Schafe. Es dauerte einen Moment bis wir auch die verantwortlichen Hirten fanden. Die hatten es sich auf einen Bergvorsprung gemütlich gemacht und schauten nur gelegentlich nach ihren Schafen. Anfangs zählten wir nur einen Hund. Dann wurde 4 draus und am Ende waren es sieben Stück. Hunde werden hier mehr zum Schutz der Herden eingesetzt als zum leiten und Unterstützung des Schäfers.
Später trafen wir noch auf die 2 jungen Hirten. Und unsere Vorahnungen sollten sich bestätigen: dieser Weg führt nicht zum Moldoveanu. Man würde 2 Tage brauchen erzählten uns die beiden, wohl um uns zu veralbern. Bis zur Spitze unserer Wanderung war es weiterhin noch ein Stück. Bald mehrte sich der Fels und in einem sich vor uns auftuenten Tal gab es einige kleine Seen. Oben angekommen wurde uns auch klar wohin diese Weg führte: in das Dorf Viştişoara im Nachbartal.
Für den Weg zur Cabana zurück änderten wir unseren Weg. Dadurch durchquerten wir ein Gebiet mit noch mehr Heidelbeeren das wir hätten uns dort Stunden aufhalten können. Leider bemerkten wir erst viel später das wir leere Thermosflaschen dabei hatten. Thumbs 2007 08 11 Sambata 23 in Heute leider nicht zum MoldoveanuDort hätten viele Beeren rein gepasst. Icon Sad in Heute leider nicht zum Moldoveanu Auch die Schafherde trafen wir wieder. Obwohl die Herde schon auf dem Weg ins Tal war mussten wir gelegentlich warten. Eigentlich nur wegen den Hunden. Schließlich hört man immer wieder die sonderbarsten Geschichten über rumänisch Schäferhunde. Auch wollten wir die Herde nicht allzu sehr durch einander bringen.
Es war wohl gegen halb 5Uhr nachmittags als wir auf der Zielgeraden zur Cabana waren. Die Füße schmerzten von den vielen Steinen und von weiten sahen wir schon 4 Bekannte Gesichte vor der Cabana. Vier andere Freiwillige aus Sibiu welche leider nicht so viel Zeit wie wir hatten.
Nach dem Abendbrot gab es dieses mal ein Feuer welches aber nicht lange brannte. Schon bald verdunkelte sich der Himmel erneut und die ersten Tropfen erreichten den Erdboden. Schnell waren die meisten von den umherlaufenden Personen in der Hütte wo auch schon wieder fleißig gesungen wurden. Als es in Strömen begann zu regnen hatte jeder aus unserer Gruppe sein Schlafsack in die Cabana gebracht.
Gegen Mitternacht hatte auch jedern von uns einen Schlafplatz in der Cabana gefunden. Draußen hielt der Regen weiter an.
Sonntag gegen Mittag als beide Zelte getrocknet und verpackt waren ging es wieder nach unten gen Heimat. Die Sonne konnte sich nicht lange halten, noch vor unserem Aufbruch hatte sich Regen an gekündigt. So stiefelte jeder von uns 8 anders geschützt im Regen dem Tal hinunter.



Hinterlasse einen Trackback

Leave a Reply

Stoppt die Vorratsdatenspeicherung - www.vorratsdatenspeicherung.de