the_titl
Neues aus Bukarest : Fri 22 Jun 2007 : , , ,

Mit der Straßenbahn nach Răşinari

Bevor wir mit der Straßenbahn die Stadt verlassen sollten fuhren wir mit dem Bus in eine andere Ecke von Sibiu/Hermannstadt. In den Norden, an den Stadtrand in Richtung Mediaş. Dort liegt der Markt Obor. Ein riesiges Gelände unterteilt in verschiedene Märkte. Ich kann mich jetzt nur noch an den Automarkt und den Flohmarkt erinnern. Wie ein Automarkt aus sieht brauche ich sicherlich nicht zu beschreiben. Was ich aber interessant fand war die Frau unter dem Sonnenschirm, welche mit einer Schreibmaschine die Kaufverträge tippte.
Thumbs PICT2028 in Mit der Straßenbahn nach Răşinari
Auf dem Flohmarkt hatte jeder Händler nach seinen Möglichkeiten einen Stand. Manche auf der Motorhaube ihres Autos, andere hatten Tische mitgebracht und die meisten auf Folien auf dem Kiesboden. Geschirr, Besteck, Fahrräder+Ersatzteile, Bücher, Kaffeemaschinen, Radios, Handys, Metallfedern, Metallrohren, Schraube, Schraubenzieher, Teppiche, Gardienen und viele Kleider waren zu sehen. Wer Lust hatte konnte sich durch diese Kleiderhaufen durchwühlen und anprobieren. Als Richtpreis gilt 1 Kleidungsstück zu einem Lei.

Die am Tag zuvor eingeholte Fahrplanauskunft erwies sich als richtig, die Straßenbahn “wartete” auf uns. Allerdings dauert es etwa noch 15min bis auch der Straßenbahnführer eintraf und uns die Fahrkarten verkaufte. Im gemächlichen Tempo bei dem man gut mit dem Fahrrad nebenher fahren konnte legte wir die etwa 8km zurück. Hin und wieder hielt der Wagen an Haltestellen an und Leute stiegen aus oder ein. Nach der Überquerung einer Brücke und der Straße hat man einen herrlichen Blick auf die grünen Berghänge gen S+den. Die Endhaltestelle in Răşinari befindet sich etwas im Ort drinnen wo sich der Weg das erste mal teilt. Nach rechts führt der Weg nach Paltinis auch als “Hohe Rinne” bekannt.
Nach einem Besuch im Lebensmittelgeschäft beginnen wir unseren Fußmarsch auf der linken Seite des Baches den wir aber später verlassen. Eine kurze Rast vor dem Kulturhaus lässt uns ein Stück verweilen, etwas später füllen wir an einem Brunnen unsere Wasserflaschen auf.
Ich war vor etwa einem Jahr schon mal hier und kenne unsere Wanderstrecke nur das es damals in die andere Richtung ging. Weiter geht es durch die engen Gassen vorbei an einer kleinen weißen Kirche zur linken. Kurz danach erscheint vor uns auf einem Platz eine noch größere orthodoxe Kirche. Sie hat leider etwas von ihrer Schönheit verloren. Viele der Malereien außen sind verblast oder blättern ab.
An der Kirche nehmen wir den Weg nach links und dann rechts und von nun an führt der Weg nach oben. Es folgt ein steiler Aufstieg bei dem ich jedes Pferd bedauere welches einen Wagen hier hoch ziehen muss. Am Ortsausgang spielen einige Kinder Fußball und weiter oben liegen Kühe faul in der Nachmittagssonne. Noch weiter oben grasen Pferde und Schafe. Die kommenden 200m Weg nach Prislop führen durch eine recht abwechslungsreiche Landschaft. Sanfte Hügel und kleine Täler nur bewachsen mit Gras werden von einem tieferen ausgespülten Tal unterbrochen. Von hier aus können wir den ganzen Ort Răşinari überblicken. Sibiu und Cristian sind auch zu sehen. Entgegen meinen Erwartungen sind die Schafe sehr zahm. Eines der jungen Schäfchen kann ich sogar auf meine Arme nehmen. Ich kann aber nicht behaupten das es sich da sehr wohlgefühlt haben muss.
Die vor uns liegende Ortschaft Prislop würde man wohl ohne Landkarte übersehen. Der Ort liegt teilweise auf einem Bergrücken aber in eine Kuhle. So das man von Răşinari nur die Strom- und Telefonmasten und den verwahrlosten Friedhof sieht. Zur anderen Seite hin ist der Weg nach unten durch Bäume versperrt. Auf meiner Wandertour im Vorjahr durch diese Gegend wusste ich nichts über das Dorf. Auch nicht das es wohl ausschließlich von Roma bewohnt wird. Ich hatte das Gefühl als hätte man alle Roma aus Răşinari genommen und in dieses Dorf auf dem Berg gesetzt wie eine Art Strafkolonie. Nach Berichten müssen die Roma, welche sich selber Zigeuner nennen sich aus eigenen Antrieb hier oben angesiedelt haben. Als es eines Tages die Möglichkeit gab nach Răşinari zu übersiedeln würde dies aus Respekt vor den Bürgern aus Răşinari nicht wahrgenommen.
Ich kenne den Weg an dem Dorf vorbei durch den Wald auf der anderen Bergseite hinunter ins Tal. Um die Tour etwas interessanter zu gestallten halte ich mich bei der Diskussion über den weiteren Wegverlauf etwas zurück. So gehen wir durch Prislop um einen Weg ins Tal zu finden. Am Dorfeingang begrüßen uns 3 kleine Kinder und kurz darauf 3 jüngere Männern mit dem Handy als Radioersatz in der Hand. Die Kinder begleiten uns durch das Dorf und damit nimmt die Schar der Kinder zu. Etwa in der Mitte des Dorfes machen wir einen kurzen Halt. Er wird aber etwas länger da wir ständig zum fotografieren aufgefordert werden. Kinder wollen einzeln aufs Bild, aber noch während ich die Kamera zurecht rücke sind 3 weitere mit aufs Bild gehuscht. Junge Mütter wollen sich mit ihren Kindern oder nur ihre Kinder fotografiert haben. Sie möchten natürlich auch die Fotos später auf Papier haben. Sie geben uns deshalb auch eifrig ihre Adressen mit.
Thumbs PICT2043 in Mit der Straßenbahn nach Răşinari In diesem Teil des Dorfes ist der Weg nicht breiter als 3m. Manche der Häuser mit ihren kleinen Gärten stehen dich gedrängt neben einander so das kein entrinnen ist und man nur den holprigen Pfad folgen kann.
Nach einiger Zeit können wir der fotohungrigen Meute entfliehen und verlassen das Dorf dort, wo wir es betreten haben. Der weitere Weg ins Tal sollte eigentlich eindeutig sein. Aber nach unten ist nicht immer gleich nach unten und so finden wir zwar einen Felsvorsprung mit herrlicher Aussicht müssen dafür aber ein Stück quer durch den Wald den Hang hinunter.
Die Wiesen im Tal entlang des Baches sind für einen sonntäglichen Ausflug sehr beliebt stellen wir fest. Die Sonne scheint ihr übriges getan zu haben das sich so viele Leute mit Zelten oder nur einer Decke hier her begeben haben. Schnell sind wir uns einige eine Rast einzulegen jedoch dauert es noch ein Stück Weg bis wir etwas Platz auf einer der Wiesen finden.
Der restliche Weg dem Tal entlang bis Michelsberg war schnell zurück gelegt. Nur mussten wir dann feststellen das sonntags kein Bus fährt bzw. nur sehr selten. Oft fehlt aber auch ein Schild mit den Fahrzeiten an den Haltestellen. Doch etwas faul vom laufen blieben wir in der Nähe der Haltstelle und hielten Ausschau nach dem nächsten Auto. Gewöhnlich ist es schwierig in so einer “großen” Gruppe zu trampen. Entgegen allen Erwartungen blieb aber ein gelber Mercedes vor uns stehen, der Fahrer schaute etwas komisch und öffnete uns die Türen und den Kofferraum für das Gepäck. Zu viert nahmen wir auf der Rückbank platz und waren in 10min in Hermannstadt



Hinterlasse einen Trackback

2 Responses to “Mit der Straßenbahn nach Răşinari”




  1. Webnews.de Says:

    Mit der Straßenbahn nach Răşinari…

    Bevor wir mit der Straßenbahn die Stadt verlassen sollten fuhren wir mit dem Bus in eine andere Eck…

  2. nächster Halt Sibiu - (Titel temporär) Says:

    Carpathia edition no. 2…

    New Document for Traveling and Staying in Europe
    Published by the HospitalityNetwork Sighisoara

    Es sind auch 2 Beträge von mir dabei:

    Wo geht’s nach Kleinschelken?
    Mit der Straßenbahn nach Rasinari

    Link: http://carpathianet.wordpres

Leave a Reply

Stoppt die Vorratsdatenspeicherung - www.vorratsdatenspeicherung.de