Neues aus Bukarest : Mon 5 Feb 2007 :

Reicher Verkehr

als ich 1991/1993 zum ersten mal in Rumänien war lag der Anteil der Autos welche im westlichen bzw. süd-ost-asiatischem Teil der Welt produziert waren wohl nicht über 5%. Allerdings war ich damals noch ein kleiner Bub und muss daher etwas schätzen. Wiederum muss es aber so wenige Autos hier in Rumänien gegeben haben das in einer Kleinstadt von 5000 Einwohner der Zukauf von 5 neuen Autos vielleicht schon ein Zuwachs um 10-20% bedeutete.
Nicht zu vergessen die ganzen Westautos zur damaligen Zeit mit ihren Westpäckchen welche auch eine kurzfristige Verbesserung darstellten.
Nach einer längeren Pause bis zum Sommer 2002 fuhr ich wieder nach Rumänien. Nach meinen damaligen Eindrücken lag das Verhältnis zwischen westlichen Neuwagen und sozialistischer Altware bei etwa 60-70% zu 40-30%. Das waren jedenfalls meine Eindrücke im Raum Hermannstadt/Sibiu. Und die Hermannstädter Gegenden gehörte schon immer zu den Struktur stärksten im Lande.
Erst 1 Jahr später erfuhr ich das der Dacia immer noch bzw. wieder produziert wurde.
Und heute? Wohl je nach Gegend liegt der Anteil der Altware(Dacia, Trabi, Wartburg, Skoda, ..) vielleicht bei 5-20%. Vor etwa 1,5 Jahren rief die rum. Regierung ein Programm ins Leben um das Straßenbild zu erneuern. Wer einen Neuen kauft bekommt für seinen “Alten” ne Stange Geld. Habe seit dem nichts mehr davon gehört.
Aber was man dauernd hört sind die Zuwachs Raten beim Autokauf. Immer schöne 2-stellig ist hier die Devise. Man merkt es in der Stadt man merkt es auf der Autobahn die auch mit zunehmenden Verkehr ihrer Bezeichnung gerecht wird. Braucht man einen Parkplatz sollte man lieber bis zum Wochenende warten wenn traditionell Bukarest halb leer ist. Die flüchten irgend wie alle aufs Land. Verwandte, Bekannte oder zum Landhaus -keine Ahnung.
In der Wochen über ist es im Stadtzentrum manchmal besser das Auto etwas außerhalb stehen zu lassen und dann die 10min zu Fuß zu gehen. Andernfalls sucht man dann 10min und länger einen Parkplatz. Inzwischen werden hier die Bürgersteige mit verschiedenen Maßnahmen für die Autos gesperrt bzw. bringt das neue Verkehrsgesetz vielleicht für Falschparker was mit.
Aber noch ist das parken recht unproblematisch. Wenn man den noch ne Ecke gefunden hat. Man kann ruhig noch halb auf der Straßen stehen. Und wenn ich mir dann manchmal Gedanken drüber mache das der derzeitige Parkplatz nicht ganz rechtens ist, gibt es immer noch jemanden der sich noch blöder hinstellt. Da stehe ich schon halb auf dem Fußgängerüberweg und habe schon ein schlechtes Gewissen dabei, aber ich brauche nur 3min zu warten und schon steht einer hinter mir und macht den Fußgängerüberweg ganz dicht. Heute stand ich auf einem Parkplatz schon in der 2.Reihe da kommt einer an und eröffnet ohne zu zögern die 3.Reihe.
Das neue Verkehrs Gesetz welches auch schon seine rumänische typische Geschichte hat bringt für die Autofahrer doch gewisse Ängste mit. Zusätzlich zu Geldstrafen werden auch noch Punkte verteilt und der Führerschein sitzt daher auch recht locker.
Etwas Ruhe ist auf den Straßen schon eingekehrt. Es wird nicht mehr so viel auf den Straßenbahnschienen gefahren und es wird langsam möglich eine Kreuzung bei einem bevorstehenden Farbwechsel von grün auf rot frei zu halten ohne sich einem Hupkonzert der Hintermänner anhören zu müssen
Auch mit den Fußgängern wird etwas härter verfahren. Sie werden mitten auf der Straße zurück gepfiffen oder wegen Fehlverhalten zur Rede gestellt.
Wer in Deutschland Fahrschule gemacht hat sich noch an die ganzen Verbote erinnern wird diese auch im neuen rumänischem Verkehrs Gesetz wieder erkennen. Manches kommt aber noch zusätzlich dazu: so zB. die reflektierenden Weste und der Feuerlöscher.(Oder ist das in D auch schon Pflicht??) So kann man aus sehr vielen Fahrzeugen die grün-gelben Westen hinter den Scheiben entdecken.
Geplant war das in Kraft treten des Verkehrsgesetztes für letzten September. Das wurde aber recht kurzfristig auf den 1.Dezember verschoben. Und inzwischen soll es wohl schon die ersten Änderungen gegeben haben.

So wieder zurück zum Anfangsthema der Erneuerung des Straßenbildes:
Vielleicht sollte man zu den Kategorien “Alt”, “Neu/westlich” noch ne 3.Kategorie hinzufügen. Und zwar die der “SUV”. SUV steht für “Sports Utility Vehicles ” wer es noch net gehört hat. Also die großen und schweren Autos, man kann sie auch teilweise als Jeeps bezeichnen. Wo der Preis ohne Sondermerkmale vielleicht bei 50000 Euro anfängt. Aber niemand will nur ne Grundausstattung.
In manchen Stadtvierteln könnte die Verteilung der Autos dann so aussehen: Alt/Neu/SUV: 5%/75%/20%. Statistiken in Rumänien kann man nicht immer trauen – mmhh: diese-meine kommt ja jetzt auch aus Rumänien. Icon Wink in Reicher Verkehr

Derzeit will jeder Autohersteller was vom Kuchen ab haben und baut soll ein Teil. Die beliebtesten hier: BMW X3/X5, Porsche Cayenne, Audi Q7, VW Touareg und dann noch die viereckigen Kästen von Rover.
Jetzt ist Winter(dem Kalender nach) und was sollte man da am Auto haben? Winterreifen natürlich! So sah ich doch diese Woche recht viele dieser SUVs mit Winterreifen deren hervorstehende Stollen so groß wie Taubeneier waren. Das sind doch Reifen für Fluß und Schlampfütze. Was wollen die damit? Aufs Land raus und durch Feld&Wald fahren? Ich kann mir schon die Neureichen Bukarester vorstellen wie sie ihre reich bestückten Frauen durch die rumänische Landschaft chauffieren und achtlos mit ihrem Land umgehen. Der Müll reicht eigentlich finde ich, da muss das nicht sein.

mfg
markus



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