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Fotos, Neues aus Bukarest : Sat 19 Aug 2006 : ,

Wassermelone: 7kg für knapp 1Euro

Hallo,

für diesen Preis habe ich letztens ne Melone erstanden. Es mag hier in Bucuresti Ecken geben wo es weit billigere gibt. Bei der Affenhitze welche hier mal wieder herrscht, soll man ja ne ganze Menge trinken und da Melonen wohl etwa um die 90% aus Wasser bestehen ist das billiger als Mineralwasser. Da fragt man sich schon, wie da der Bauer oder der Betrieb Gewinn macht.
In manchen Viertel kann man die Melonen an jeder 2. Ecke kaufen. Teilweise sogar nachts. Die Verkäufer schlafen dort neben dem Melonenhaufen.

Leider müsst ihr mit meinem Kühlschrankfoto vorlieb nehmen, in der Sonne ist mir heute nicht danach raus zu gehen und nen Verkaufshügel zu fotografieren:

Melone in Wassermelone: 7kg für knapp 1Euro

Auch wenn nicht immer benannt geht es heute in viele kriegerischen/politischen Auseinandersetzungen um Energiequellen oder Rohstoffe. Meist um Öl. Dies wird über den Iragkrieg gemunkelt. Und wenn der Nachbar, der Iran nicht am Ölhahn sitzen würde, würde man bestimmt nicht so zimperlich mit ihm umgehen. Aber was heute aktuell ist gab es schon früher. Also, fast ganz früher, zu Zeiten des Römischen Reiches. So kann man wohl nachweisen das der römische Kaiser Trajan etwa um 110 n.Chr. Teile des heutigen Rumäniens, damals Dacien unter seine Fittiche genommen hat. Damals war’s nicht Erdöl, sondern Gold. Mir ist jetzt nicht bekannt wie viele Goldlagerstätte es auf dem Gebiet des heutigen Rumäniens gibt oder gab. Aber die jene “Eine” hört heute auf dem Namen Rosia Montana. In dem dazu gehörigem Dorf war aber mit dem Ende des römischen Reiches noch lange nicht “gata”. Es blieb auch weiterhin ein interessantes Ausflugsziel für Bergarbeiter/Goldsucher. So waren später die Österreicher/Ungarn auch recht froh jene Goldmiene “ihr” Eigen nennen zu dürfen.
Und heute? Gold spielt immer noch ne Rolle und es gibt seit Jahren Pläne dieses Gold gewinnbringend aus dem Boden zu holen. Bis jetzt ist noch nicht dazu gekommen, aber jetzt Ende August soll es wohl ne staatliche Entscheidung geben ob das Projekt gestoppt wird oder richtig anläuft. Es wurden wohl schon X Umweltgutachten erstellt, und typischer Weise schenkt der Staat jenen mit negativem Ausgang kein Gehör. Auch das Thema Korruption wird gern angesprochen. Seit einigen Jahren finden in Rosia Montana regelmäßige Musikfestivals oder andere Veranstaltungen statt um die Bevölkerung darauf aufmerksam zu machen. Neben der Ausbeutung bei welcher die rumänische Gesellschaft bestimmt recht wenig abbekommen wird spielt der Naturschutz eine große Rolle. Typischerweise müssen bei solchen Vorhaben ne ganze Menge von Menschen ihre Häuser für immer verlassen.
Das Gold soll mit giftigem Zyanid ausgewaschen werden(oder wie auch immer das von statten geht). So gab es vor einigen Jahren einen Unfall in Nordrumänien bei dem beträchtliche Mengen dieses Zyanids ausgelaufen sind. Durch fliesende Gewässer gab es damals ein beträchtliches Tiersterben auf der rumänischen und ungarischen Seite. Daher wird auch von ungarischer Seite zum Abbruch dieses Projektes aufgerufen. Und in Rosia Montana sollen die Abfallprodukte von Zyanid und Gestein wohl in einem riesigen Bassin gelagert werden. Welcher erst noch gemauert werden muss.

Rosia Montana2006 07 16 21 in Wassermelone: 7kg für knapp 1Euro

Wenn das Projekt doch noch realisiert werden sollte, hoffe ich wenigsten das beim Bau Profis arbeiten und nur Qualitätsware verwendet wird. Den vieles was hier in Rumänien auf die schnelle gebaut wird hält nicht lange. So werden seit April fast sämtliche Straßen hier in Bukarest neu gemacht. Bei manchen wird nur die oberste Teerdecke abgefräst und neuer Belag draufgetan gewalzt. Andere Straßenzüge werden wochenlange gesperrt, da man sie teilweise 1m tief aufgräbt. Und dann kaum nach einer Woche der Fertigstellung und Freigabe für den Verkehr sind schon wieder Spurrillen oder Wellen welche das Auto zum Schiff machen vorhanden. Es geht aber auch anders: wer Bukarest in Richtung Norden verlässt kommt erst durch die Ortschaft Otopenie und dann am Flughafen “Henri Coanda” vorbei. Dieses Stück + 1 Brücke wurde nach etwas längerer Bauzeit fertig gestellt und machen auch nach 1 Monat noch nen super Eindruck.
Zusätzlich zu den Straßen wurden auch die Bordsteine erneuert. Ich habe nie auf die Dinger geachtet, so kann ich nur vermuten warum es neue Bordsteine gibt: neue Straße==neue Bordsteine -ist doch logisch oder? Icon Wink in Wassermelone: 7kg für knapp 1Euro Auch hier wird von gewissen Unregelmäßigkeiten gemunkelt. Jedenfalls sollte sich Bucuresti über die neuen Bordsteine aus Beton (die alten waren aus Granit oder ähnlichem) ärgern und schämen. Die neuen Bordsteine sind teilweise kaputt, ob nun schon seit der Fabrik, Transport oder Einbau kann ich jetzt nicht beantworten. Und die Bordsteine sind mit Mörtel/Beton “mit einander verbunden”. Und in den Seitenstraßen in denen keine EU-Entscheidungsdelegationen durchfährt, muss der Beton im nächsten Frühjahr wieder erneuert werden. Aber dann besteht die Gefahr einer EU-Entscheidungsdelegationen ja auch nicht mehr oder doch? [Noch etwa 130Tage bis zur nächsten geplanten EU-Osterweiterung]

Bordstein in Wassermelone: 7kg für knapp 1Euro
neue Bordsteine in Bucuresti

Sibiu Luegenbruecke in Wassermelone: 7kg für knapp 1Euro
Sibiu – Lügenbrücke, morgens gegen 4:30Uhr

PICT7233 in Wassermelone: 7kg für knapp 1Euro
Sibiu, Bahnhof Turnisor, früh gegen 5Uhr

Sigisoara 2006 08 05 Viscri Dacia 03 in Wassermelone: 7kg für knapp 1Euro

Sigisoara 2006 08 05 Viscri Dacia 01 in Wassermelone: 7kg für knapp 1Euro
Haus mit dem Hirschgeweih

Hier einige Links zum Thema Rosia Montana:

http://www.karpatenwilli.com/apuseni/romont.htm
http://www.rosiamontana.ro
http://www.rosiamontana.org
http://www.gold-der-karpaten.de

also euch dann noch ein schönes Restwochenende

Sibiu bei: Multimap, GoogleEarth,



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One Response to “Wassermelone: 7kg für knapp 1Euro”




  1. Armin Maurer Says:

    … die Wahrheit über das Haus mit dem Hirschgeweih in Schäßburg.

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